Die Grube Nordfeld

Bei meinem heutigen Artikel handelt es sich nicht um einen Lost Place im eigentlichen Sinne, denn dieser historische Ort ist frei zugänglich und kann auf einem mehrere Kilometer langen Pfad erwandert werden. Daher sind beim heutigen „Lost Place“ auch Ortsangaben zu finden.

In den Jahren 1889 bis 1905 betrieb auf diesem damals zum Königreich Bayern gehörenden Gebiet eine Gesellschaft aus Bochum das Steinkohlenbergwerk „Consolidiertes Nordfeld“. Die Anteilseigner waren davon ausgegangen, dass die von der Grube Frankenholz ausgebeuteten Kohleflöze auch hier anzutreffen seien. Nach dem Ergebnis einer hier im Pfaffenwald bei Höchen durchgeführten 488 m tiefen Bohrung sollten angeblich 4 Kohleflöze vorhanden sein. Daraufhin wurde der Schacht „Fortuna“ bis auf 628 m Tiefe abgeteuft, ohne jedoch auf Flöze zu treffen. Erst ein in 616 m angesetzter Querschlag (= unterirdischer Stollen) in nordöstlicher Richtung wurde man fündig und begann mit einer Förderung von täglich ca. 50 Tonnen.

Da nach den bergpolizeilichen Vorschriften ein zweter Ausgang zur Erdoberfläche erforderlich war, wurde 1897 hier unmittelbar an der damaligen bayrisch-preußischen Landesgrenze mit dem Bau des Schachtes „Wilhelmine“ begonnen.

Zuvor hatte ein Gutachter einen Kohlevorrat für eine 105 jährige Ausbeutung bei einer Förderung von 300.000 Tonnen pro Jahr berechnet.

Bereits kurz nach Fertigstellung des Schachtes (1902), der mit 867 m Tiefe einer der tiefsten im damaligen Deutschen Reich war, wurde offenkundig, dass dieses Gutachten fehlerhaft war, denn die auf bayrischem Gebiet gefundenen Kohlenvorräte waren ganz gering. Da die preußische Staatsregierung eine Konzessionserweiterung auf ihr Gebiet abgelehnt hatte, musste das Bergwerk am 01.01.1905 den Betrieb einstellen, wodurch ca. 500 Arbeiter arbeitslos wurden.

Die Gesamtfördermenge in der 16 Jährigen Betriebsgeschichte betrug ca. 250.000 Tonnen.

Die technischen Anlagen und Gebäude wurden nach dem Konkurs versteigert. Die Fördermaschinen, z.B. war bis zur Einstellung des Betriebes auf der Grube Frankenholz (1959) im Einsatz.

Quelle: Infotafel Pfälzerwaldverein Ortsgruppe Höchen im Jahr 2003

Nachfolgend noch Bilder vom Grubenmundloch an der Talsohle des Höcherberges.

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